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Buchhaltung

Software für Handwerksbetriebe: von der Kalkulation zur Rechnung

Handwerk rechnet anders als Handel. Welche Programme Aufmaß, Teilrechnung und Nachkalkulation können und welche nur Rechnungen schreiben.

Von Ahmad Raza Hassan · 8. August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Ein Handwerksbetrieb hat ein Problem, das allgemeine Buchhaltungsprogramme nicht kennen: Zwischen Angebot und Geld liegen Aufmaß, Auftrag, Teilrechnungen und eine Schlussrechnung, und am Ende steht die Frage, ob die Kalkulation gehalten hat. Wer das mit einem reinen Rechnungsprogramm abbilden will, führt die Hälfte davon nebenher in einer Tabelle.

Wir haben deshalb danach sortiert, wie vollständig diese Kette abgedeckt ist. Die Nachkalkulation ist dabei das eigentliche Unterscheidungsmerkmal, denn sie beantwortet die einzige Frage, die für die Rendite zählt: Was ist am Ende des Auftrags hängen geblieben.

Worauf Sie bei Buchhaltungssoftware achten sollten

Fangen Sie bei der GoBD an. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern verlangen, dass Buchungen unveränderbar, nachvollziehbar, vollständig und zehn Jahre lang lesbar bleiben. Anbieter werben mit GoBD-Testaten von Prüfungshäusern, ein Testat ist eine deutlich stärkere Aussage als die Selbstauskunft „GoBD-konform“, und die beiden sollten Sie nicht verwechseln.

Der zweite Punkt ist DATEV. Für einen großen Teil des Mittelstands entscheidet nicht das Unternehmen, sondern die Steuerkanzlei: Wenn die Kanzlei DATEV verlangt, ist die Frage nach der Schnittstelle wichtiger als jede Funktionsliste. Prüfen Sie außerdem, ob es sich um eine echte Schnittstelle oder nur um einen Dateiexport handelt.

Drittens die E-Rechnung. Seit dem 1. Januar 2025 müssen deutsche Unternehmen strukturierte Rechnungen im inländischen B2B empfangen können; die Pflicht zum Versand greift je nach Umsatz gestaffelt ab 2027 und 2028. Empfang und Versand sind getrennte Fähigkeiten, und viele Produkte können das eine und nicht das andere.

Und viertens die Frage, ob Sie eine EÜR oder eine Bilanz brauchen. Freiberufler und kleine Gewerbetreibende rechnen mit der Einnahmenüberschussrechnung ab, eine GmbH braucht doppelte Buchführung. Ein Produkt, das nur EÜR kann, scheidet für eine GmbH aus, unabhängig davon, wie gut es sonst ist.

Wie wir geprüft haben

Bewertet wurde an dem, was in einem deutschen Unternehmen tatsächlich über die Eignung entscheidet: der vom Anbieter veröffentlichte Preis in Euro (netto, zzgl. 19 % MwSt.), die Abdeckung der gesetzlichen Pflichten. GoBD, Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER, E-Rechnung nach XRechnung und ZUGFeRD, im Lohnbereich DEÜV und eAU, die Anbindung an DATEV, die Tiefe in der eigentlichen Kernaufgabe, wie schnell eine Person ohne Fachausbildung produktiv wird, und die Qualität des deutschsprachigen Supports.

Preise stammen aus den Preisseiten der Anbieter selbst, nicht aus Sekundärquellen, und in die Noten fließen geprüfte Bewertungen von Menschen ein, die täglich mit den Programmen arbeiten. Wir küren bewusst nicht einen einzigen Sieger: Was für einen Betrieb mit zehn Personen richtig ist, ist es für zweihundert selten. Jeder Eintrag trägt deshalb seinen Einstiegspreis, seine aktuelle Note und einen klaren Hinweis darauf, für wen er passt und wo er an Grenzen stößt. Wo wir an einem Link verdienen, steht das dabei, an der Reihenfolge dieser Liste ändert es nichts.

Die besten Optionen im Ranking

Beste Wahl für das Handwerk

1. Sage 50 Handwerk

Ab 19,90 € / MonatKostenlose Testphase

Sage 50 Handwerk ist für genau diesen Ablauf gebaut. Angebot, Aufmaß, Auftrag, Teil- und Schlussrechnung sowie die Nachkalkulation sind eingebaut und nicht nachgerüstet. Ab der Stufe Professional kommt eine Planungszentrale für Personal, Fahrzeuge und Termine dazu, was ab etwa zehn Mitarbeitenden die Wandtafel im Büro ersetzt.

Was Sie bekommen: Die kaufmännische Komplettlösung von Sage für Handwerksbetriebe und Dienstleister. Deckt Angebot, Aufmaß, Auftrag, Teil- und Schlussrechnung sowie die Nachkalkulation ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.

Preis: Die Tarife reichen von Essential (1 Benutzer, Jahresabrechnung) zu 19,90 € und Enterprise (unbegrenzte Benutzer, Jahresabrechnung) zu 55,00 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.

Warum wir es empfehlen:

  • Teil- und Schlussrechnungen im Enterprise-Paket
  • Über 40 Jahre Handwerkserfahrung im Produkt
  • Unbegrenzte Benutzer ab 55 Euro

Zu bedenken: Teil- und Schlussrechnungen gibt es erst ab der Stufe Basic, und verkauft wird im Jahresvertrag.

Zum ausführlichen Test von Sage 50 Handwerk →
Beste Wahl mit Materiallager

2. Sage 50

Ab 30,00 € / MonatKostenlose Testphase

Wenn Ihr Betrieb weniger kalkuliert und mehr Material bewegt, etwa im Sanitär- oder Elektrohandel mit eigenem Lager, ist Sage 50 die passendere Antwort. Artikelstämme mit Varianten, Stücklisten und Preisstaffeln sind hier deutlich tiefer ausgebaut.

Was Sie bekommen: Die kaufmännische Komplettlösung von Sage für kleine und mittlere Betriebe. Läuft lokal, gleicht sich aber mit der Cloud ab, und deckt Auftragsabwicklung, Lager und Finanzbuchhaltung in einem System ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.

Preis: Die Tarife reichen von Standard (ab 1 Arbeitsplatz, Jahresabrechnung) zu 30,00 €, Comfort (ab 2 Arbeitsplätzen, Jahresabrechnung) zu 35,00 € und Professional (ab 3 Arbeitsplätzen, Jahresabrechnung) zu 40,00 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.

Warum wir es empfehlen:

  • Warenwirtschaft und Buchhaltung in einem System
  • Ausgereifte DATEV-Anbindung
  • Betrieb auf eigenem Server möglich

Zu bedenken: kein Aufmaß und keine Nachkalkulation, dafür die stärkere Warenwirtschaft.

Zum ausführlichen Test von Sage 50 →
Günstigster Einstieg mit Auftragsabwicklung

3. WISO MeinBüro

Ab 9,00 € / MonatKostenlose Testphase

Für kleine Betriebe ohne komplexe Kalkulation reicht WISO MeinBüro. Auftragsabwicklung und Warenwirtschaft lassen sich als Module ergänzen, und die Webtarife sind nach Jahresumsatz gestaffelt, was den Einstieg für einen Ein-Mann-Betrieb günstig hält.

Was Sie bekommen: Kaufmännische Software von Buhl Data, wahlweise als Cloud-Anwendung oder als Desktop-Programm. Deckt Rechnung, Buchhaltung, Auftragsabwicklung und Warenwirtschaft ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.

Preis: Die Tarife reichen von Web XS zu 9,00 €, Web S zu 19,00 €, Web M zu 39,00 €, Web L zu 99,00 € und Desktop zu 14,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.

Warum wir es empfehlen:

  • Wahl zwischen Cloud und eigenem Rechner
  • Einstiegstarife nach Jahresumsatz gestaffelt
  • Ausbaubar bis zur Warenwirtschaft

Zu bedenken: keine handwerksspezifische Nachkalkulation, die Kette endet bei der Auftragsabwicklung.

Zum ausführlichen Test von WISO MeinBüro →
Beste Wahl bei viel Beleg und wenig Büro

4. sevDesk

Ab 11,90 € / MonatKostenlose Version verfügbar

Wenn die Kalkulation im Kopf stattfindet und das eigentliche Problem der Schuhkarton mit Belegen ist, löst sevDesk das drängendere Problem. Die Belegerkennung nimmt genau die Arbeit ab, für die abends im Handwerk keine Zeit bleibt.

Was Sie bekommen: Cloud-Buchhaltung aus Offenburg für Selbstständige und kleine Unternehmen, mit automatischer Belegerkennung, ELSTER-Anbindung und DATEV-Export. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.

Preis: Die Tarife reichen von Kostenlos zu kostenlos, Rechnung zu 11,90 €, Buchhaltung zu 25,90 € und Buchhaltung Pro zu 34,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.

Warum wir es empfehlen:

  • Starke automatische Belegerkennung
  • ELSTER-Übermittlung direkt aus dem Programm
  • Wechsel von EÜR zur Bilanz ohne Produktwechsel

Zu bedenken: keine Auftragskalkulation, für kalkulierende Betriebe zu schmal.

Zum ausführlichen Test von sevDesk →

Vergleich auf einen Blick

So schneidet die engere Auswahl ab, wofür sich das Produkt am besten eignet, der Einstiegspreis netto und die aktuelle Note auf Prüfstand.

SoftwareAm besten fürEinstiegspreisNote
Sage 50 HandwerkBeste Wahl für das HandwerkAb 19,90 € / MonatNeu
Sage 50Beste Wahl mit MateriallagerAb 30,00 € / MonatNeu
WISO MeinBüroGünstigster Einstieg mit AuftragsabwicklungAb 9,00 € / MonatNeu
sevDeskBeste Wahl bei viel Beleg und wenig BüroAb 11,90 € / MonatNeu

Womit sollten Sie rechnen?

Cloud-Buchhaltung für ein kleines deutsches Unternehmen bewegt sich üblicherweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Monat, netto und zzgl. 19 % MwSt. Einstiegstarife decken Rechnungsstellung und EÜR ab, mittlere Stufen bringen doppelte Buchführung, Bankanbindung und den DATEV-Export, und obere Stufen ergänzen Lager, Mehrwährungsfähigkeit oder mehrere Mandanten.

Die Zahl, auf die es ankommt, ist nicht der beworbene Einstiegspreis, sondern der Tarif, in dem die Funktionen liegen, die Sie tatsächlich brauchen, bei praktisch allen Anbietern hängen DATEV-Export und doppelte Buchführung an einer höheren Stufe. Rechnen Sie außerdem die Kosten der Steuerkanzlei mit: Eine Software, die der Kanzlei Arbeit abnimmt, kann sich über deren Rechnung bezahlt machen, auch wenn sie im Abonnement teurer ist.

Unser Fazit

Für einen kalkulierenden Betrieb mit Angeboten und Nachweisen führt kaum ein Weg an Sage 50 Handwerk vorbei, und der Sprung auf die Stufe Basic ist dabei einzuplanen, weil erst dort Teil- und Schlussrechnungen liegen. Für einen Betrieb, der überwiegend Material verbaut und wenig kalkuliert, ist Sage 50 die bessere Wahl.

Wenn Sie heute vor allem Papier bändigen und noch gar nicht kalkulieren, fangen Sie klein an. sevDesk oder WISO MeinBüro lösen das akute Problem zu einem Bruchteil der Kosten, und der Umstieg auf ein Fachprogramm ist immer noch möglich, wenn der Betrieb wächst.

Häufige Fragen

Was ist eine Nachkalkulation und warum ist sie wichtig?

Die Nachkalkulation stellt die kalkulierten Zeiten und Materialien den tatsächlich verbrauchten gegenüber. Sie zeigt nach dem Auftrag, ob der Preis getragen hat. Ohne sie merken Betriebe zu knappe Kalkulationen erst am Jahresergebnis.

Brauche ich für Abschlagsrechnungen eine spezielle Software?

Nicht zwingend, aber praktisch ja. Teil- und Schlussrechnungen müssen aufeinander aufbauen und die bereits berechneten Beträge korrekt absetzen. Programme ohne diese Logik zwingen Sie zur Handrechnung, und genau dort entstehen Fehler.

Gilt die E-Rechnungspflicht auch für Handwerksbetriebe?

Ja, ohne Branchenausnahme. Empfangen müssen Sie strukturierte Rechnungen seit dem 1. Januar 2025, versenden je nach Vorjahresumsatz ab 2027 oder 2028. Leistungen an Privatkunden sind davon nicht betroffen.

Die Preise wurden am 13. August 2026 gegen die deutschen Preisseiten der Anbieter geprüft und verstehen sich netto, zzgl. 19 % MwSt., sofern nicht anders angegeben. Anbieter ändern Preise ohne Vorankündigung, prüfen Sie den aktuellen Betrag vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters. Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und an den Noten und der Reihenfolge dieser Liste ändert es ebenfalls nichts.

Mentioned in this article

Sage 50 Handwerk logo

Sage 50 Handwerk

4,2(288 Bewertungen)

Die kaufmännische Komplettlösung von Sage für Handwerksbetriebe und Dienstleister. Deckt Angebot, Aufmaß, Auftrag, Teil- und Schlussrechnung sowie die Nachkalkulation ab.

Ab
19,90 €/Monat
Test
Testphase

Written by Ahmad Raza Hassan

Gründer und Redaktionsleitung

Prüft Unternehmenssoftware gegen die vom Anbieter selbst veröffentlichten Konditionen und gegen geprüfte Nutzerbewertungen, damit Sie sicher entscheiden können. Prüfstand ist unabhängig; wo Provisionen anfallen, ändert das kein Urteil.

Last reviewed 13.08.2026. Read how we review.