Die Lohnabrechnung ist der Bereich, in dem Fehler am schnellsten teuer werden. Falsch gemeldete Sozialversicherungsbeiträge fallen bei der nächsten Betriebsprüfung auf, und nachgefordert wird rückwirkend, samt Säumniszuschlägen. Das ist der Grund, warum viele kleine Betriebe die Abrechnung abgeben.
Wenn Sie sie im Haus machen wollen, ist die Liste der Pflichtfunktionen kurz und nicht verhandelbar: Lohnsteuer-Anmeldung an ELSTER, Beitragsnachweise an die Krankenkassen, DEÜV-Meldeverfahren, Abruf der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und eine zuverlässige Jahreswechselpflege. Fehlt eines davon, ist das Produkt keine Option.
Worauf Sie bei Lohnabrechnungssoftware achten sollten
Die gesetzlichen Pflichten sind hier die Eintrittskarte, nicht das Unterscheidungsmerkmal. Jedes ernstzunehmende Produkt muss die Lohnsteuer-Anmeldung an ELSTER übermitteln, Beitragsnachweise zur Sozialversicherung erzeugen, am DEÜV-Meldeverfahren teilnehmen, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) abrufen und zum Jahreswechsel rechtzeitig aktualisiert sein. Fehlt eines davon, ist das Produkt keine Option.
Die eigentliche Entscheidung ist, wer abrechnet. Übernimmt die Steuerkanzlei, richtet sich die Wahl faktisch nach deren System. Rechnen Sie im Haus ab, entscheidet, wie viel Fachwissen die Person mitbringt: Fachprogramme sind mächtiger und verlangen Kenntnisse, zugänglichere Produkte nehmen mehr ab und stoßen bei Sonderfällen früher an Grenzen.
Prüfen Sie die Sonderfälle konkret an Ihrem Betrieb: Baulohn, Schichtzuschläge, Kurzarbeit, Pfändungen, Mehrfachbeschäftigung, betriebliche Altersvorsorge und, bei Entsendungen ins EU-Ausland, die A1-Bescheinigung. Genau dort trennt sich das Feld.
Wie wir geprüft haben
Bewertet wurde an dem, was in einem deutschen Unternehmen tatsächlich über die Eignung entscheidet: der vom Anbieter veröffentlichte Preis in Euro (netto, zzgl. 19 % MwSt.), die Abdeckung der gesetzlichen Pflichten. GoBD, Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER, E-Rechnung nach XRechnung und ZUGFeRD, im Lohnbereich DEÜV und eAU, die Anbindung an DATEV, die Tiefe in der eigentlichen Kernaufgabe, wie schnell eine Person ohne Fachausbildung produktiv wird, und die Qualität des deutschsprachigen Supports.
Preise stammen aus den Preisseiten der Anbieter selbst, nicht aus Sekundärquellen, und in die Noten fließen geprüfte Bewertungen von Menschen ein, die täglich mit den Programmen arbeiten. Wir küren bewusst nicht einen einzigen Sieger: Was für einen Betrieb mit zehn Personen richtig ist, ist es für zweihundert selten. Jeder Eintrag trägt deshalb seinen Einstiegspreis, seine aktuelle Note und einen klaren Hinweis darauf, für wen er passt und wo er an Grenzen stößt. Wo wir an einem Link verdienen, steht das dabei, an der Reihenfolge dieser Liste ändert es nichts.
Die besten Optionen im Ranking
1. Lexware lohn+gehalt
Lexware lohn+gehalt ist der zugänglichste Weg in die eigene Abrechnung. Die Meldeverfahren laufen vollständig aus dem Programm, und die Bedienung setzt weniger Fachwissen voraus als die Kanzleiprodukte. Für einen Betrieb mit gleichartigen Angestellten ist das die richtige Größenordnung.
Was Sie bekommen: Lohnabrechnungssoftware von Haufe-Lexware für kleine und mittlere Betriebe, die selbst abrechnen wollen. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Der Preis wird nicht veröffentlicht, sondern auf Basis Ihrer Anforderungen angeboten. Rechnen Sie mit einem Angebot vom Anbieter oder einem Partner.
Warum wir es empfehlen:
- Für die Abrechnung im eigenen Haus ausgelegt
- Gesetzesänderungen über Updates
- Zugänglicher als reine Fachprogramme
Zu bedenken: bei Baulohn und komplexen Tarifverträgen kommt es früher an Grenzen als die Fachprogramme.
Zum ausführlichen Test von Lexware lohn+gehalt →
2. Sage Lohnabrechnung
Sage Lohnabrechnung deckt die Fälle ab, an denen einfachere Programme scheitern: betriebliche Altersvorsorge, Dienstwagen, Pfändungen, Kurzarbeit, Mehrfachbeschäftigung. Wer solche Konstellationen im Bestand hat, merkt den Unterschied im ersten Monat.
Was Sie bekommen: Die Cloud-Lösung von Sage für die Lohn- und Gehaltsabrechnung, mit integrierten HR-Funktionen. Deckt Lohnsteuer, Sozialversicherung und das DEÜV-Meldeverfahren ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Der Preis wird nicht veröffentlicht, sondern auf Basis Ihrer Anforderungen angeboten. Rechnen Sie mit einem Angebot vom Anbieter oder einem Partner.
Warum wir es empfehlen:
- Deckt Sonderfälle der Entgeltabrechnung ab
- Verlässliche Jahreswechselpflege
- Vollständiger Meldeverkehr aus der Anwendung
Zu bedenken: kein veröffentlichter Listenpreis, die Kosten hängen von Umfang und Abrechnungszahl ab.
Zum ausführlichen Test von Sage Lohnabrechnung →
3. DATEV Lohn und Gehalt
Wenn Ihre Kanzlei die Abrechnung übernimmt oder prüft, ist DATEV Lohn und Gehalt der reibungsloseste Weg. Sie erfassen die Bewegungsdaten, die Kanzlei rechnet ab, und niemand überträgt etwas von Hand.
Was Sie bekommen: Die Lohnabrechnung der DATEV eG, überwiegend über die Steuerkanzlei genutzt. Deckt Lohnsteuer, Sozialversicherung und das DEÜV-Meldeverfahren vollständig ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Der Preis wird nicht veröffentlicht, sondern auf Basis Ihrer Anforderungen angeboten. Rechnen Sie mit einem Angebot vom Anbieter oder einem Partner.
Warum wir es empfehlen:
- Deckt auch Sonderfälle der Lohnabrechnung ab
- Gesetzesänderungen zuverlässig zum Stichtag
- Nahtlos mit der Steuerkanzlei
Zu bedenken: wird überwiegend über die Steuerkanzlei genutzt, für den Alleingang ist es nicht gedacht.
Zum ausführlichen Test von DATEV Lohn und Gehalt →
4. Sage HR Suite
Sobald Personalarbeit und Abrechnung nicht mehr dieselbe Person macht, lohnt die Zusammenführung. In der Sage HR Suite liegen Entgeltabrechnung und Personaldaten in einer Datenbasis, wodurch der Abgleich zwischen zwei Systemen entfällt.
Was Sie bekommen: Die modulare HR- und Personalabrechnungssoftware von Sage. Verbindet Entgeltabrechnung, Zeitwirtschaft, Personalmanagement und Recruiting und läuft wahlweise im eigenen Haus oder in der Cloud. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Der Preis wird nicht veröffentlicht, sondern auf Basis Ihrer Anforderungen angeboten. Rechnen Sie mit einem Angebot vom Anbieter oder einem Partner.
Warum wir es empfehlen:
- Abrechnung und Personaldaten in einer Datenbasis
- Frei kombinierbare Module
- Wahlweise im eigenen Haus oder in der Cloud
Zu bedenken: Lizenzierung in Paketen zu je fünfundzwanzig Beschäftigten mit Jahresbindung.
Zum ausführlichen Test von Sage HR Suite →Vergleich auf einen Blick
So schneidet die engere Auswahl ab, wofür sich das Produkt am besten eignet, der Einstiegspreis netto und die aktuelle Note auf Prüfstand.
| Software | Am besten für | Einstiegspreis | Note |
|---|---|---|---|
| Lexware lohn+gehalt | Beste Wahl für kleine Betriebe | Preis auf Anfrage | Neu |
| Sage Lohnabrechnung | Beste Abdeckung von Sonderfällen | Preis auf Anfrage | Neu |
| DATEV Lohn und Gehalt | Beste Zusammenarbeit mit der Kanzlei | Preis auf Anfrage | Neu |
| Sage HR Suite | Beste Wahl ab fünfzig Beschäftigten | Preis auf Anfrage | Neu |
Womit sollten Sie rechnen?
Lohnabrechnung wird fast immer nach Anzahl der Abrechnungen bepreist: eine Grundgebühr plus ein Betrag je abgerechneter Person und Monat. Der beworbene Grundpreis enthält oft nur eine Handvoll Mitarbeitende, deshalb rechnen Sie mit Ihrer echten Kopfzahl statt mit der Schlagzeile.
Die Alternative ist die Abrechnung durch die Steuerkanzlei, die je Abrechnung abrechnet. Für kleine Betriebe ist das häufig günstiger als eine eigene Lizenz plus die Zeit der Person, die sie bedient, und es verlagert das Haftungsrisiko. Rechnen Sie beide Wege durch, bevor Sie sich für die eigene Abrechnung entscheiden.
Unser Fazit
Für einen Betrieb mit bis zu etwa zwanzig gleichartigen Angestellten ist Lexware lohn+gehalt die wirtschaftlichste Antwort. Sobald Sonderfälle dazukommen, Bau, Schichtzuschläge, Pfändungen, ist Sage Lohnabrechnung die sicherere Wahl, auch ohne veröffentlichten Preis.
Rechnen Sie vor der Entscheidung beide Wege durch. Eine Kanzlei berechnet je Abrechnung, im Markt üblich sind fünfzehn bis dreißig Euro pro Person und Monat. Dem steht bei der eigenen Abrechnung nicht nur die Lizenz gegenüber, sondern die Arbeitszeit der Person, die sie bedient, und deren Fortbildung. Unterhalb von zehn Beschäftigten geht diese Rechnung selten zugunsten der Eigenabrechnung aus.
Häufige Fragen
Was ist das DEÜV-Meldeverfahren?
Die Datenerfassungs- und Übermittlungsverordnung regelt die elektronischen Meldungen an die Sozialversicherungsträger, etwa An- und Abmeldungen, Jahresmeldungen und Unterbrechungen. Ohne DEÜV-Fähigkeit ist ein Programm für die deutsche Lohnabrechnung unbrauchbar.
Was ist die eAU?
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Arbeitgeber rufen Krankmeldungen seit 2023 elektronisch bei der Krankenkasse ab, statt einen gelben Zettel zu erhalten. Die Software muss diesen Abruf unterstützen.
Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich eigene Software?
Als Faustregel ab etwa zehn bis fünfzehn Beschäftigten, und auch dann nur, wenn jemand im Haus die fachliche Verantwortung übernehmen kann und will. Die Haftung für Fehler bleibt beim Arbeitgeber.
Die Preise wurden am 13. August 2026 gegen die deutschen Preisseiten der Anbieter geprüft und verstehen sich netto, zzgl. 19 % MwSt., sofern nicht anders angegeben. Anbieter ändern Preise ohne Vorankündigung, prüfen Sie den aktuellen Betrag vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters. Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und an den Noten und der Reihenfolge dieser Liste ändert es ebenfalls nichts.
